ADHS auf TikTok? Viral, aber riskant – Die Wahrheit hinter den Kurzvideos

Millionen Menschen sehen sich auf Plattformen wie TikTok Videos mit Titeln wie „Fünf Anzeichen für ADHS“ an und denken: „Endlich verstehe ich mich.“

Diese Inhalte wecken Aufmerksamkeit, besonders bei Frauen, die sich in den Beschreibungen oft zum ersten Mal wiedererkennen. Viele beginnen daher, ihre Symptome ernster zu nehmen.

 

Doch ein 60-Sekunden-Video ersetzt keine medizinische Diagnose.

 

Kurze Clips können täuschen, wichtige Ursachen übersehen und Betroffene ohne echte Hilfe zurücklassen.

 

Positive Aspekte:

Viele erleben einen ersten Aha-Moment: „Das bin ich.“ Das kann Scham reduzieren und das Gefühl von Isolation verringern.

Die Aufmerksamkeit für ADHS im Erwachsenenalter steigt, wodurch mehr Menschen über das Thema sprechen.

 

Nachteile und Risiken:

Fehlinterpretationen sind häufig. Konzentrationsprobleme oder Vergesslichkeit können auch durch Stress, Depressionen, Angstzustände, Schlafmangel oder hormonelle Veränderungen entstehen – nicht zwingend durch ADHS.

Die Kurzformate vernachlässigen wichtige Zusammenhänge wie berufliche Belastung, familiäre Hintergründe oder mögliche Traumafaktoren.

Das größte Risiko besteht darin, sich selbst zu diagnostizieren oder eigenmächtig Medikamente auszuprobieren. Studien zeigen, dass etwa ein Viertel aller Selbstdiagnosen falsch ist. Das kann zu unnötiger Belastung, verpasster Behandlung anderer Erkrankungen und gefährlichen Fehleinschätzungen führen.

 

Wenn Sie sich in Social-Media-Inhalten wiedererkennen, suchen Sie bitte professionelle Unterstützung. Nur eine ärztliche oder psychologische Abklärung kann zuverlässig feststellen, ob tatsächlich eine ADHS vorliegt – und welche Behandlung Ihnen wirklich hilft.